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Darf ich Zahlen?: Geschichten aus der Mathematik

Darf ich Zahlen?: Geschichten aus der Mathematik

Quelle: Amazon

ISBN: 3492053467
EAN: 9783492053464
Herausgeber: Piper

17,00 EUR
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Darf ich Zahlen?: Geschichten aus der Mathematik
 

Kunden Meinungen

Der Mathematiker ist ein mythologisches Wesen, halb Mensch, halb Stuhl

Datum:04.08.2010 - Rating: 3/5

Der Mathematikprofessor Günter M. Ziegler will nach eigenem Bekunden eine »große Charme-Offensive für sein Fach« starten. Dazu zählt sicherlich auch das vorliegende, leicht verständliche Buch. Darin geht es um Zahlen, aber auch um einfache, praktische Mathematik und exzentrische Mathematiker.

Im ersten Kapitel behandelt Ziegler ausgewählte Zahlen und zeigt, dass Bienen bis 3 (oder 4?) zählen können; dass die '13' bei den samstäglichen Lottoziehungen zwar auffällig selten erscheint, was aber statistisch nicht signifikant ist. (Leider gibt hier Herr Ziegler das Signifikanzniveau für diese Aussage nicht an.) Natürlich zeigt auch er, dass '42' die Antwort auf alles ist. Die Geschichten rund um die Zahlen sind locker und amüsant erzählt. Die Primzahlen und sich darum rankende Vermutungen und Behauptungen erhalten ein eigenes Kapitel.

Alltägliche Fallen an der Supermarktkasse, beim Wetterbericht oder bei der Berechnung des BMI werden aufgedeckt, komplizierte mathematische Beweise angedeutet, der überaus skeptische Umgang mit Zahlen und Statistiken allgemein ans Herz gelegt. Typisch für fundamental kritische Betrachtungsweisen sei die Bewertung des Ausgangs der Wahl im Iran: »Das Benfordsche Gesetz ist ein sehr elegantes Kriterium auf der Suche nach manipulierten Zahlen: Der Franzose Boudewijn Roukema hat nur wenige Tage nach der Wahl im Iran eine mathematische Analyse ins Internet gestellt und bei einer statistischen Fachzeitschrift zur Publikation eingereicht, nach der mit großer Wahrscheinlichkeit die Wählerstimmen für den iranischen Staatspräsidenten drastisch nach oben korrigiert wurden.«

Im zweiten Teil des Buches geht es um typische Arbeitsweisen und aufschlussreiche Porträts berühmter Mathematiker und Zeitgenossen des Autors. Dabei entkräftet er seine eigene These, dass Mathematiker völlig normal seien, mehr als eindrucksvoll. Trotzdem wirkt der recht persönlich gehaltene zweite Teil des Buches etwas aufgesetzt; wohl um die Mathematik auch Mädchen oder jungen Frauen näher zu bringen.

Das relativ kurzweilige Buch zeigt insgesamt einen humorigen, aber auch wissenschaftlichen Charakter. Die Mathematik wird von ihren amüsanten, aber auch tief schürfenden Seiten gezeigt; die teilweise schrulligen Vertreter dieses Metiers wohlwollend dargestellt. Doch nicht jede/r interessiert sich für Daniel Bliss oder Caroline Lasser. Leider fehlen mir attraktive bildhafte Darstellungen mathematischer Erkenntnisse, was sich gerade bei der vorgestellten Chaostheorie oder dem Arbeitsbereich des Autors, der diskreten Mathematik bzw. Geometrie, angeboten hätte.

Ziegler zeigt die Mathemacher

Datum:14.07.2010 - Rating: 4/5

Günter Ziegler ist wieder da. Nachdem er im "Buch der Beweise" vorgestellt hat, was Mathematiker als ästhetisch schön empfinden, geht es in "Darf ich Zahlen?" um die Mathematiker selbst und darum, wie, wo und warum Mathematik überhaupt entsteht: Was treibt manche Menschen in die soziale Isolation, nur um am Ende eine kleine Wahrheit als solche bewiesen zu haben - und die den großen Rest der Menschheit nicht wirklich tangiert?

Das Buch ist eine amüsant geschriebene und sehr gut lesbare Sammlung von Anekdoten, Kuriositäten und Zeitzeugenberichten. Beim Lesen wird deutlich, dass Mathematik alles andere als das seit Jahrhunderten tote, statische Objekt, als das es in der Schule gern verkauft wird.

Zu Beginn sind einige Kapitel zuerst nur mehr oder weniger besonderen Zahlen und Ideen gewidmet. Vieles davon entstammt Vorträgen des Autors aus dem Jahr der Mathematik, als Ziegler als Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung eine Charme-Offensive für sein Fach startete. Leider wirkt dieser Teil noch etwas ziel- und zusammenhanglos. Aber ab etwa der Hälfte des Buchs scheint er sich in Form geschrieben zu haben. Ab dem 6. Kapitel geht es wirklich darum, wie Mathematik entsteht. Und damit ist "Darf ich Zahlen?" wirklich innovativ und unterhaltsam. Es geht um Menschen, die alles andere sind als die stereotypischen bleichen Männchen in Elfenbeintürmen. Es geht darum, dass Kaffeemaschinen ein integraler Bestandteil moderner Mathematik sind. Und es geht darum, dass die Geschichte der Mathematik noch längst nicht auserzählt ist.

Ein interessanter Blickwinkel auf die Mathematik

Datum:05.07.2010 - Rating: 4/5

Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich auf dieses Buch durch einen Beitrag bei TV Total gekommen bin und mir das Auftreten und der Witz von Herrn Ziegler einfach sympatisch waren.
In diesem Buch schafft Herr Ziegler es, in einer gesunden Mischung aus Allgemeinbildung und Einblicken in die Mathematik ein anderes Bild von der Mathematik zu zeichnen. Ganz offensichtlich wird dabei der Auftrag verfolgt die "Angst" bzw. die Ablehnung vor der Mathmatik zu nehmen. Auch werden ganz alltägliche Einsatzszenarien der Mathmatik dargestellt (wie z.B. im Supermarkt oder beim Aufstellen eines Schrankes). Außerdem fehlt auch der Einblick in die Geschichte und die damit verbunden Personen nicht. Die ganze Zeit wird mit viel Humor eher erzählt als "gelehrt". Ein wirklich kurzweiliges Buch.
Einziger Kritikpunkt mag sein, dass der Leser im Vergleich zu anderen Teilgebieten der Mathematik sich sehr stark auf dem Gebiet der diskreten Mathematik bewegt, aber will man das einem Autor verdenken, dessen Fachgebiet es ist...
Ein absolut lebenswertes Buch für U-Bahnfahrten, Strände etc.

Daef ich Zahlen?

Datum:19.06.2010 - Rating: 5/5

Endlich mal ein positives Buch über Mathe!
Und man kann eine Menge mehr oder weniger sinnvoller Dinge lernen, wie zum Beispiel, dass möglicherweise eine Russin die Schuld am fehlenden Mathematik-Nobelpreis trifft!
Ich bin richtig froh, das Buch gelesen zu haben!

Geschichten aus der Mathematik

Datum:24.05.2010 - Rating: 4/5

In den Vorbemerkungen zum Buch erläutert Günter Ziegler, Professor für Mathematik an der TU Berlin, seine Motivation und Zielsetzung für das Buch. Es geht um "Mathematik machen". Im Fokus sollen die Menschen hinter den Zahlen stehen und die Orte, an denen Mathematik betrieben wird. Der Kampf mit der Präzision ist mit Emotionen verknüpft, wie am Beispiel von Andrew Wiles deutlich wird. "Es war so unbeschreiblich schön; so einfach und elegant. Ich konnte nicht begreifen, wie mir das hatte entgehen können, und zwanzig Minuten lang starrte ich nur ungläubig auf die Lösung", so Wiles, als er eine wichtige Erkenntnis auf dem Weg zum Beweis der Fermatschen Vermutung gewonnen hatte.

Begeistert hat mich das Kapitel über die Zufallszahlen. Wie schwierig ist es doch, eine zufällige Zahlenfolge zu erzeugen. Mit Hilfe statistischer Tests kann festgestellt werden, ob Zahlenfolgen wirklich zufällig sind oder ob sie versteckt doch Systematiken enthalten. Zahlenfolgen verraten viel. So hat jeder Mensch sein eigenes Profil bei der Auswahl von Zufallszahlen. Und weil es so schwierig ist, zufällige Zahlenfolgen zu bestimmen, kann mittels statistischer Methoden zum Beispiel festgestellt werden, ob Bilanzen gefälscht wurden.

Autor Ziegler beschreibt kuriose Anwendungen der Mathematik. So macht er deutlich, was hinter dem Body Mass Index wirklich steckt, erläutert die Huntington-Affäre und geht der rätselhaften "42" auf den Grund. Er lüftet das Geheimnis der Sudokus und lässt uns Staunen über Primzahlen auf alten Knochenfunden. Mathematischen Beweisen widmet er ein eigenes Kapitel und sensibilisiert die Leser für die Schwächen von Computerbeweisen.

Warum gibt es für mathematische Glanzleistungen keinen Nobelpreis? Autor Ziegler bringt Licht ins Dunkel und erläutert die Legenden, die sich um diese Frage ranken. Es sind die Legenden und auch die spektakulären Lebensgeschichten einiger Mathematiker, die dem Buch Leben einhauchen. Alexander Grothendieck, Paul Erdös und Persi Diaconis seien hier als Beispiele genannt.

Günter Ziegler ist ein humorvoller Mathematiker. Aus dem Klappentext geht hervor, dass er eine Charme-Offensive für sein Fach starten will. Das ist ihm mit diesem Buch gelungen. Es ist kein Drama wie "Fermats letzter Satz" von Simon Singh und auch nicht so tief gehend wie "Die Musik der Primzahlen" von Marcus du Sautoy, aber insgesamt unterhaltend und erhellend. Es ist m.E. eher für Leser gedacht, die bislang wenig Berührungspunkte mit der Mathematik und den Lebensgeschichten großer Mathematiker hatten.

 

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